Peter Tomaschko, Vorsitzender der CSU-Kreistagsfraktion, und Kreisrat Reinhard Herb setzen sich, gemeinsam mit ihrer Fraktion, mit einem neuen Antrag für eine bessere Vorbereitung des Landkreises auf großflächige oder örtlich begrenzte Stromausfälle ein. Auf Initiative Herbs beantragt die CSU-Fraktion, dass sich der Landkreis intensiv mit dem Aufbau sogenannter Insellösungen zur Notstromversorgung der Bevölkerung befasst. Auch die Biogaslandwirte Markus Held, Sabine Asum und Wolfgang Teifelhart haben bei der Antragserstellung ihre Energieexpertise eingebracht.
„Der jüngste Stromausfall in Berlin hat eindrücklich gezeigt, wie verwundbar unsere Energieinfrastruktur ist. Ein einziger Schaden kann zehntausende Haushalte tagelang lahmlegen“, betont Peter Tomaschko. „Für uns ist klar: Auch der Landkreis Aichach-Friedberg muss für solche Szenarien bestmöglich vorbereitet sein.“
Konkret soll der Landkreis gemeinsam mit Energieerzeugern, Netzbetreibern und Stromversorgern prüfen, ob und wie im Ernstfall einzelne Gemeinden oder Ortsteile zeitweise vom übergeordneten Stromnetz getrennt und eigenständig – als sogenannte „Inseln“ – mit Strom versorgt werden können. Hintergrund: Im Landkreis gibt es bereits 68 Biogasanlagen sowie zahlreiche Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Derzeit sind diese jedoch nicht in der Lage, im Fall eines Blackouts eine lokale Notversorgung sicherzustellen.
Der Antrag knüpft dabei an bestehende Katastrophenschutzkonzepte an. „Insellösungen könnten eine sinnvolle Ergänzung zu den geplanten ‚Leuchttürmen‘ sein“, erklärt Tomaschko. Diese 99 Anlaufstellen im Landkreis sollen bei länger andauernden Stromausfällen als Informations-, Kontakt- und Hilfsstellen dienen und notstromversorgt sein.
Initiator des Antrags, Kreisrat Reinhard Herb, unterstreicht: „Wir haben im Landkreis viele erneuerbare Erzeugungsanlagen – dieses Potenzial dürfen wir im Krisenfall nicht ungenutzt lassen. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung zu erhöhen und handlungsfähig zu bleiben, auch wenn das große Netz ausfällt.“
Die CSU-Kreistagsfraktion sieht den Antrag als wichtigen Schritt einer vorausschauenden Krisenvorsorge. „Blackouts sind kein abstraktes Szenario mehr“, so Tomaschko abschließend. „Deshalb müssen wir jetzt prüfen, was technisch und organisatorisch möglich ist – im Interesse der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger.“