Landtagsabgeordneter Tomaschko fordert: Schüler entlasten

Einheitliche und verbindliche Vorgaben für Leistungsnachweise

17.02.2022

„Die Bildungsgerechtigkeit darf nicht auf der Strecke bleiben“, mahnt Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko. Er sieht wachsende Probleme in der Bildungspolitik in Bayern und macht sich stark für die Chancengleichheit und Aufarbeitung von schulischen Defiziten während der Corona-Pandemie.

Immer wieder sehen sich sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte coronabedingten Herausforderungen gegenübergestellt. Wenn beispielsweise Schülerinnen und Schüler in Quarantäne oder selbst erkrankt waren und am Unterricht teils über Wochen nicht teilnehmen konnten, dürfen diese durch nachzuschreibende Leistungsnachweise und neu anstehende Schulaufgabentermine nicht überfordert werden. Hier brauche es eine deutliche Entlastung durch klare Leitlinien von Seiten des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, um zwar auch in den nächsten Monaten ein qualitativ hochwertiges und verlässliches Bildungsangebot in Bayern sicherstellen zu können, aber auch die Schülerinnen und Schüler deutlich zu entlasten.

Vorschläge hierzu hat der Arbeitskreis Bildung und Kultus der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag in einem Aktionsplan Schule ausgearbeitet, an dem Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko maßgeblich mitgewirkt hat. Am gestrigen Mittwoch wurde nun dieser Plan in einer hybriden Veranstaltung an den Staatsminister für Unterricht und Kultus Prof. Dr. Michael Piazolo übergeben.

Der Aktionsplan nimmt das Staatsministerium für Unterricht und Kultus in die Pflicht eindeutigere Rahmenbedingungen zu schaffen. Vor allem für die anstehenden Abschlussprüfungen an allen weiterführenden und gleichermaßen den beruflichen Schulen müssen sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte bestmöglich vorbereitet werden und die Ansprüche von Seiten des Ministeriums transparent kommuniziert werden. Auch die Regelungen für den Übertritt müssen einheitlich und verbindlich sein, sich aber auch an den individuellen Schülerpersönlichkeiten orientieren.

Lehrkräfte brauchen klare Leitlinien für etwa notwendige, lehrplanbasierte Schwerpunktsetzungen. Der Umfang des Prüfungsstoffes muss dabei auch im Falle von Quarantäne und sonstigen Einschränkungen gut zu bewältigen sein. Wichtig ist Tomaschko hierbei, dass trotz der Entlastungen der Schülerinnen und Schüler das bayerische Bildungsniveau nicht beschnitten werden darf und landesweit vergleichbar bleiben soll, um auch in diesem Jahr ein vollwertiges Jahres-, Übertritts-, oder Abschlusszeugnis zu garantieren: Nicht die Qualität des Prüfungsstoffes muss reduziert werden, sondern die Quantität!

Einen positiven Ansatz für mehr Bildungsgerechtigkeit sieht Tomaschko im Projekt „gemeinsam.Brücken.bauen“, das im Sommer 2021 von der Staatsregierung ins Leben gerufen wurde und einerseits Lernen und andererseits Sozialkompetenz fördern soll.  Der Landtagsabgeordnete kritisiert aber gleichzeitig nach wie vor ungenutzte Potentiale des Förderprogramms: Noch immer ist zu wenig Personal an den Schulen vorhanden, um flächendeckend sogenannte Brückenkurse durchzuführen, die dabei helfen sollen, Schülerinnen und Schüler mit coronabedingten Lernrückständen wieder an die Klasse heranzuführen. Dieses Konzept hält der Landtagsabgeordnete für zielführend, fordert aber beispielsweise eine Aufstockung des Personals an den Schulen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Erwachsenenbildung.

Weiter legt Tomaschko ein Hauptaugenmerk darauf, trotz der Corona-Pandemie bestehende Probleme im Bereich des Förderprogramms DigitalPakt Schule 2019-2024 zu lösen. Noch immer haben viele kommunale Schulträger Probleme bei der Abrufung der Mittel, obwohl im Herbst 2021 eine breitangelegte Informationskampagne zu den Förderprogrammen gestartet wurde. Der Aktionsplan fordert vom Ministerium Lösungen dahingehend, dass die bereitstehenden Gelder umfassend und zügig bei den Schülerinnen und Schülern ankommen und auch die Fördermittel für die IT-Administration an Schulen schneller als bisher zugänglich gemacht werden. Spezielle Medienberater sollen zusätzlich neu eingesetzt werden, um die Schulen und Kommunen bei der Abrufung der Fördersummen zu unterstützen, fordert der Abgeordnete.

Sobald die Omikronwelle Lockerungen zulässt, sind diese mit größtmöglichem Augenmaß vorzunehmen. Erste Erleichterungen sollen zunächst die Maskenpflicht im Schulsport betreffen, der nach zwei Jahren Pandemie als Ausgleich wichtiger denn je ist. Trotzdem soll der Infektionsschutz der Schulfamilie auf hohem Niveau aufrechterhalten werden, um eine Durchseuchung der Kinder und Jugendlichen zu vermeiden.

Landtagsabgeordneter Tomaschko zeigte sich zusammenfassend sehr zufrieden darüber, dass sich der Staatsminister Piazolo intensiv mit dem Aktionsplan der CSU-Fraktion auseinandergesetzt, die Anregungen zur Verbesserung der Situation an den Schulen dankend angenommen und eine zügige Umsetzung zugesichert hat.